Numismatische Goldbarren
Der Begriff numismatische Goldbarren is an sich ein Wiederspruch. Numismatik ist die Kunde der Geld- / Münzgeschichte, und Goldbarren sind (von Münzbarren abgesehen) keine Geld-Zahlungsmittel sondern haben ihren Wert durch den Edelmetallwer an sich. Die Form, optik und Beschriftung eines Goldbarren spielt deshalb an und für sich nur eine untergeortnete Rolle.
Wie für alles auf dieser Welt gibt es jedoch auch bei Goldbarren Sammler welche bereit sind für besonders schöne, besonders seltene, oder besonders alte Goldbarren unter Umständen auch ein paar % mehr zu bezahlen als den reinen Goldwert + üblichem Handels- und Prägeaufschlag.
Meist handelt es sich bei den begehrteren Exemplaren um gegossene Goldbarren.
Der Begriff numismatische Barren hat sich für diese Sammlerstücke eingebürgert, da die Handelsplattform dieses Sammelgebietes oft der Münzhandel ist. Bei Scheideanstalten eingelieferte alte Barren werden meist als "nicht mehr handelbar" dem Handelskreislauf ausgesondert und eingeschmolzen.
In Europa am häufigsten anzutreffende Sammlerbarren sind zum Beispiel gut erhaltene Rothschild Barren, Russische CCCP Stücke, oder auch seltene Exemplare traditionsreicher Edelmetallschmelzen wie Schöne Edelmetaal, Johnson Matthey, A. Bugenhat, etc.
Auch unter den Deutschen Prägeanstalten finden sich inzwischen auch älteren und weniger oft vorkommenden Exemplare von denen einige Sammler gerne ein Stück ihr eigen nennen würden. Darunter ganz alte und weniger oft vorkommende Examplare von Degussa Barren, Heraeus Barren, oder auch Goldbarren der Pforzheimer Traditionsfirma Heimerle + Meule. Bei all diesen Herstellern sind sammelwürdig jedoch keine Massenfertigungsbarren sondern lediglich gegossene Kleinserien in guter Erhaltung.
Aufgrund des hohen Edelmetallpreises ist der Sammlermarkt für numismatische Goldbarren sehr beschränkt. Die meisten Sammler haben die Standard Stücke bereits in ihrer Barrensammlung und sind für Erweiterungen meist nur bereit geringe Aufschläge auf den reinen Goldwert zu bezahlen. Bei Privatverkäufen über Internetauktionshäuser bleibt so nach Abzug der Auktionsgebühren meist nicht mehr als bei einem direkten und unkompliziert risikolosen Verkauf an einen Edelmetallhändler bzw. eine Goldschmelze. Diese wiegen dann anhand des Barrenzustandes ab, ob es sich um ein Stück handelt welches sie sich ins Sonderlager legen bis evtl. ein Sammler gerade einen alten Barren dieser Prägeanstalt nachfragt, oder ob der Goldbarren bereits so starke "Gebrauchsspuren" aufweisst, dass er recycelt wird. Letztendlich ist Gold Gold, und ein Barren wurden / werden lediglich dazu hergestellt das edle Metall so lange aufzubewahren bis es seinen Einsatz in der Schmuck, Dental, Kunst oder inzwischen Elektroindustrie findet und auf dem Weg dahin eventuell einen Kursgewinn zu verbuchen. Manches Metall wartet eben etwas länger und Barrensammler erfreuen sich bei Nostalgiebarren der schlichten Schönheit des erstarrten Edelmetalles.




















